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"uns ist in alten mæren wunders vil geseit..." -- wer die mär von den burgunden, dem held aus niederland, der valkyrie aus island und dem hunnenkönig aus ungarn kennt, staunt, dass ausgerechnet diese sage, die alles andere als national ist, zu dem deutschen nationalmythos werden konnte.
kurzgefasst lässt sich der inhalt des stücks folgendermaßen wiedergeben: aus einer scheinbar harmlosen erzählung an einem ostersonntagmorgen entsteht aus langeweile und übermut eine verhängnisvolle idee. kurz darauf begegnen sich zwei menschen und die liebe schlägt ein wie ein blitz. und nun nimmt der verhängnisvolle plot seinen lauf: aus der idee erwächst die intrige, aus der liebe die eifersucht, aus der leidenschaft die rache und am ende erntet der tod.
so unspektakulär diese inhaltsskizze zunächst klingt, so sehr verwundert, dass eben dieser mythos um kriemhild, siegfried, brunhild und hagen, die herausbildung und entwicklung des deutschen nationalstaatsgedanken wie kein andrer kulturell fundierte.
wieso gilt die familientragödie der burgunden als der "einzig nationale stoff" der deutschen? der wandel der nibelungensage zum nationalepos gehört in seiner wirkungsmächtigkeit wohl zu den erstaunlichsten kulturphänomenen des 19. und 20. jahrhunderts und hat sich derart in das kulturelle gedächtnis eingebrannt, dass er kaum noch hinterfragt wird.
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